
Brauchbares Werkzeug für mündige Nutzer - Rechtschreibung ist nicht einfach. Im Gegensatz zur Meinung jener, die den Rechtschreibduden mies finden und in Wirklichkeit die Rechtschreibreform meinen (das trifft auf die meisten negativen Rezensionen zu, die man hier finden kann), liegt das eben nicht an der Rechtschreibreform, sondern daran, dass es kein Kinderspiel ist, Sprache zu verschriftlichen. Ob mich etwas kalt lässt oder kaltlässt, ist nun mal nicht so einfach zu entscheiden. Dass wir jetzt zurzeit schreiben sollen statt wie früher zur Zeit, leuchtet auch mir nicht ein, aber dass die einschlägigen Gremien das festgelegt haben, können wir nicht ändern. Jeder Erwachsene darf aber weiterhin zur Zeit schreiben, oder er kann, wenn er regelkonform, aber seinen Überzeugungen treu schreiben möchte, auf derzeit ausweichen oder viele Möglichkeiten der Umschreibung wählen.Kurz und gut, der Duden macht uns darauf aufmerksam, dass man manches auf mehrere Weisen schreiben kann, er sagt uns ferner, wenn es offiziell nur eine Schreibweise gibt, und er verbietet zu guter Letzt keinem einzigen Menschen, von der offiziellen Schreibung abzuweichen. Ein solches Verbot gibt es für Schüler, aber es wird nicht vom Duden ausgesprochen, sondern von den einschlägigen Ministerien. Dass dieser Duden keine fünf Sterne bekommt, liegt daran, dass es sich um ein Buch handelt, das ok ist, ein Nachschlagewerk, das fünf Sterne bekommt, also etwas Außergewöhnliches darstellt, dürfte es kaum geben.Die Menschen, die darüber schimpfen, dass sie nicht wissen, ob zufrieden stellend oder zufriedenstellend korrekt ist, sollten sich überlegen, ob sie statt Die Lage ist nicht zufriedenstellend (bzw. zufrieden stellend) nicht besser schreiben sollten: Die Lage stellt mich [oder wen auch immer] nicht zufrieden oder Die Lage ist unbefriedigend. Den meisten Ärger in der Sprache bereitet nach wie vor unzulängliches Ausdrucksvermögen, wer darüber nachdenkt, was er wie sagen möchte, wird in den meisten Fällen keine Probleme haben, dafür auch die ihm passende Orthographie zu finden. Und kann im Duden, falls es ihn interessiert, überprüfen, ob diese mit dem offiziell zugelassenen Schreibweisen übereinstimmt oder nicht.Im übrigen enthält der Duden (schon immer!) gute Hinweise zur Verschriftlichung, die vielen Menschen nicht bekannt, aber höchst sinnvoll sind. Wer weiß schon, dass man nicht z.B. sondern z. B. schreibt? Obwohl es doch eigentlich sonnenklar ist (es heißt nämlich nicht zumBeispiel, sondern zum Beispiel)? Im Duden erfährt man obendrein, dass man zwischen die beiden Teile einen *kleinen* Zwischenraum setzt (aus ästhetischen Gründen). Mit solchen einfachen, aber außerordentlich hilfreichen Dingen befasst sich allerdings fast niemand. Also: Duden lesen, und zwar richtig!
Sehr übersichtlich! - Es ist das erste Mal, dass der Duden eine Schreibweise empfiehlt (gelb markiert), um so die Möglichkeit zu geben, nach wie vor einer Richtlinie zu folgen, obwohl ja lt. Rechtschreibreform nun 2 Schreibweisen möglich sind. Das finde ich sehr gut. Auch die zahlreichen Beispiele, die in blauen Kästen hinterlegt sind, finde ich sehr übersichtlich gestaltet. Ich persönlich kann mir ein Leben ohne meinen Duden nicht mehr vorstellen und für eine Schriftstellerin ist er neben dem Lifebook das wichtigste Instrument. Auch die wichtigsten Regeländerungen seit 1996 im Überblick sowie das umfangreiche Intro (Seite 9 bis 149) und die Regelung der deutschen Rechtschreibung (Seite 1161 bis 1216) sind sehr übersichtlich. Für mich ist die 24. Auflage sehr gelungen!
Hilfreiches Buch, problematische Rechtschreibung - Ich finde das Buch sehr übersichtlich und hilfreich. Allerdings offenbart es auch die Schwierigkeiten, die die aktuell gültige Rechtschreibung noch immer hat. Damit werden wir aber wohl leben müssen. Gut, dass es für die vielen unklaren Fälle den Duden gibt.
Der Stand der Rechtschreibreform nach zehn Jahren - Ich finde den neuen Duden schön - schön bunt. Das schwarz-rot-gelbe (mit blauen Kästen durchsetzte) Chaos zeigt, so finde ich, sehr anschaulich, wo sich die Orthographie des Deutschen momentan befindet - und wie gründlich diese unnötige und dilettantisch ausgeführte Reform schiefgelaufen ist.Zur Inkonsistenz der Duden-Empfehlungen ist weiter unten schon genug gesagt worden - m.E. ist diese aber eher eine Folge der inkonsistenten Reformregelungen als ein Verschulden der Duden-Redaktion.Immerhin scheint noch nicht alles verloren: Momentan (Juli 2008) verzeichnet eine bekannte Internet-Suchmaschine für wasserabweisend noch zehnmal mehr Funde als für Wasser abweisend.
Sehr Verwirrend - Das Buch ist meist keine große Hilfe, vor allem in Anbetracht der groß und klein Schreibung, weichen viele Angaben die den gleichen Satz beschreiben von einander ab. So kann man sich nur auf grobe und ungenaue Angaben verlassen. Deshalb bin ich persönlich über das Buch sehr enttäuscht weil es in meinem Beruf sehr wichtig ist ohne Rechtschreibfehler und Grammatische Ungenauigkeiten zu arbeiten.